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Mausoleum Schröder in Ohlsdorf: Ein Grabhaus ohne Tote

14 Min. Lesezeit

Der achteckige Sandsteinbau des Mausoleums von Schröder mit einer grünen Plane über der Kuppel, umgeben von einem Bauzaun; zwei Personen gehen daran vorbei

Das Mausoleum von Schröder im April 2026: eine Plane über der Kuppel, ein Bauzaun ringsum. Betreten ist wegen Einsturzgefahr nicht erlaubt.

Am Westring, nordwestlich der Kapelle 7, steht ein achteckiger Kuppelbau aus rotem Sandstein. Über der Kuppel liegt eine grüne Plane, aus dem Gesims wachsen junge Bäume, ringsum steht ein Bauzaun. Das Gebäude fasst 24 Gruftzellen. Sieben Menschen wurden darin bestattet, und keiner von ihnen liegt noch dort. Warum baut eine Hamburger Familie 1906 ein Haus für ihre Toten – und wer ist dafür zuständig, wenn die Familie es nicht mehr ist?

Ein Bauzaun um ein Grab

Wer auf dem Friedhof Ohlsdorf dem Westring nach Norden folgt, kommt an vier Grabgebäuden vorbei, die dicht beieinanderstehen: Jenisch, Höpfner, Hoefele und, auf einem eigenen Hügel, das größte von allen. Drei davon sind gepflegt. Das vierte ist seit Jahren nicht zu betreten.

Der Zustand ist im Einzelnen dokumentiert. Durch die beschädigte Außenhaut dringt Feuchtigkeit in Kuppel und Mauerwerk, innen lösen sich Farb- und Putzschichten, viele der bunt verglasten Fenster sind beschädigt oder fehlen ganz; 2021 waren von ihnen noch drei erhalten. Der Kuppelbau darf wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden. Über dem Dach liegt eine Plane, die den Verfall bremsen soll, und auf dem Gesims haben sich Gehölze angesiedelt.

Die Kuppel des Mausoleums unter einer straff gespannten Plane, darunter eine Fensterreihe mit fehlenden Scheiben; auf dem Dachrand wachsen junge Bäume
Abbildung 1 Die Kuppel unter der Plane, April 2026. In der Fensterreihe darunter fehlen einzelne Scheiben, auf dem Dachrand stehen junge Bäume.

Am Fuß des Sockels steht ein kleiner heller Stein. Darauf: „Der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. unterstützte die Restaurierung dieses Grabmales.“ Der Satz steht in der Vergangenheitsform, und welche Maßnahme er meint, sagt er nicht.

Kleiner heller Hinweisstein des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof am Sockel des Mausoleums, im Gras vor bemoostem Sandsteinquader
Abbildung 2 Der Hinweisstein am Sockel. Er nennt die Restaurierung in der Vergangenheitsform.

Zwei Hamburger Adressen und eine Londoner Bank

Johann Heinrich Schröder (1784–1883) war der Sohn eines Hamburger Kaufmanns und Bürgermeisters. Mit siebzehn ging er nach London zu seinem älteren Bruder, 1818 gründete er dort sein eigenes Handelshaus, J. Henry Schröder & Co., ein Jahr später eine Firma gleichen Namens in Hamburg, 1839 eine Filiale in Liverpool. Gehandelt wurde mit Zucker, Baumwolle, Kaffee und Indigo, über London und Hamburg bis nach Sankt Petersburg. Vermögend machte ihn weniger der Handel selbst als dessen Finanzierung: Zwischen 1848 und 1868 vergab er Handelskredite an 261 Kunden. 1870 brachte sein Haus die erste japanische Staatsanleihe im Westen unter. Aus dem Londoner Geschäft entwickelte sich das heutige Vermögensverwaltungsunternehmen Schroders.

1868 wurde Schröder in den Freiherrnstand erhoben. Sichtbar wurde der Aufstieg in Hamburg schon vorher: 1824 kaufte er das Landhaus an der Elbchaussee, dessen Garten seine Erben 1953 der Stadt übergaben – mit der Auflage, ihn öffentlich zu halten. Er heißt heute Schröders Elbpark. Ab 1852 ließ Schröder auf dem Papenland vor den Toren der Stadt ein Stift für „unverschuldet in Not geratene“ Frauen bauen, das in fünf Bauabschnitten bis 1876 auf 174 Haushaltungen wuchs; die Schröderstiftstraße trägt seit 1858 den Namen. Der Bau steht, die Stiftung zog 1971 nach Langenhorn.

Sein Sohn Carl Heinrich, genannt Charles, erbte 1883 das Gut Berne östlich der Stadt, ließ das Herrenhaus 1890 und 1893 klassizistisch ausbauen und entwickelte den Hof zum Mustergut mit eigenem Elektrizitätswerk. Dreiundzwanzig Jahre nach dem Erbe stand sein Grabmal auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Der Entwurf, den die Familie ablehnte

Den ersten Entwurf machte Martin Haller, einer der Architekten des Hamburger Rathauses. Er gefiel nicht. Der Entwurf ging an den Petroleumkaufmann Wilhelm Anton Riedemann, und dort wurde er ausgeführt: Das Mausoleum Riedemann, 1905/06 von Haller und Hermann Geißler errichtet, ist bis heute das zweitgrößte Grabgebäude des Friedhofs. Die beiden größten Mausoleen Ohlsdorfs gehen damit auf denselben Auftrag zurück.

Das Mausoleum Riedemann auf dem Friedhof Ohlsdorf, ein kirchenähnlicher Sandsteinbau mit grün patinierten Kupferdächern und gotisierenden Fenstern
Abbildung 3 Das Mausoleum Riedemann, 1905/06 nach dem Entwurf errichtet, den die Familie von Schröder abgelehnt hatte.

Schröder beauftragte stattdessen Edmund Gevert, der wenig später auch das benachbarte Mausoleum Höpfner entwarf. Gebaut wurde 1906, für 111.000 Mark. Ein achteckiger Zentralbau aus rötlichem Mainsandstein, rund 17,6 Meter im Durchmesser und etwa 15 Meter hoch. Über einem Tambour, den sechs Säulen und zwei Pilaster tragen, wölbt sich eine Kuppel aus Eisenbeton mit Kupferdeckung. Der Tambour hat rundum farbige Fenster aus der Werkstatt Gerstner & Werner in Görlitz, mit Szenen aus dem Leben Jesu und Aposteldarstellungen. Der Boden ist mit farbigem Marmor ausgelegt, an den Säulen sitzen Totenköpfe, Tauben für die Eintracht, Adler und Schlangen für die Zwietracht. Über dem Portal steht das Wappen der Familie mit dem Wahlspruch „Vincet veritas“ – die Wahrheit wird siegen.

Grün patiniertes Metallwappen über dem Portal, gehalten von Löwe und Einhorn, mit Freiherrnkrone und dem Schriftband VINCET VERITAS; dahinter eine Bleiverglasung mit mehreren fehlenden Scheiben
Abbildung 4 Das Wappen über dem Portal mit dem Wahlspruch „Vincet veritas“. Dahinter die Bleiverglasung, aus der mehrere Scheiben fehlen.

Im Inneren war eine Figurengruppe vorgesehen: Glaube, Liebe, Hoffnung. Ausgeführt wurde sie nie. Das Postament dafür ist vorhanden.

Die Toten ziehen ein – und wieder aus

Als Erste kamen drei Brüder des Bauherrn ins Mausoleum, gestorben im Alter von einem bis vier Jahren. Ihre Gebeine wurden vom alten St.-Petri-Begräbnisplatz überführt. Das geschah in den Jahren, in denen Hamburg seine alten Begräbnisplätze abwickelte: Nach der Eröffnung Ohlsdorfs 1877 wurden die Bestattungen vor dem Dammtor nach und nach eingeschränkt, ab 1882 begann die Schließung der kirchlichen Friedhöfe vor der Stadt, 1909 fand dort die letzte Beisetzung statt. Auf dem nördlichen Teil dieser Flächen liegt heute Planten un Blomen, auf dem südlichen das Messegelände. Die Straße „Bei den Kirchhöfen“ nennt den früheren Zweck noch.

Die Quellen belegen die Überführung, nicht das Motiv. Sicher ist nur, dass beides zusammenfiel.

Danach wurde es still. Insgesamt sieben Menschen wurden in dem Bau für 24 Gruftzellen beigesetzt. Die letzte Beisetzung datiert die Hamburger Morgenpost auf 1953, die Zeitschrift des Förderkreises auf 1958. Heute befindet sich keiner der sieben mehr in der Gruft. Wohin sie gekommen sind, sagt keine der zugänglichen Quellen.

Dem Nachbarbau erging es ähnlich, nur früher. Die Krypta des Mausoleums Riedemann war für bis zu 35 Personen ausgelegt; sieben wurden dort bestattet und in den 1950er Jahren sämtlich in die Grabeskirche der Familie im schweizerischen Sorengo überführt. Der Bauherr selbst und seine Frau lagen nie darin.

Das Kupfer vom Dach

Der Verfall beginnt nach Darstellung des Förderkreises mit einem Diebstahl. Die Kupfereindeckung der Kuppel wurde in den Kriegsjahren von Metalldieben abgetragen; die Betonkuppel darunter nahm dabei Schaden, und aus diesem Schaden stammen die Feuchtigkeitsschäden, die das Gebäude heute unbenutzbar machen. Beschrieben ist das 2012 in der Zeitschrift des Vereins, als die Sanierung der Hauptkuppel geplant wurde. Eine neue Kuppel aus Kupfer kam für den damaligen Paten schon deshalb nicht in Betracht, weil Metalldiebstahl auf Friedhöfen weiterging: Im März 2012 verschwanden in Ohlsdorf etliche Bronze- und Kupferplatten von Gräbern.

Geplant wurden zwei Verfahren, ein Aufschäumen des Hohlraums zwischen den Kuppelschalen oder eine vorgefertigte Kuppel aus wasserundurchlässigem Beton in acht Segmenten. Entschieden wurde keines von beiden.

Wer ein Grab erbt, das niemand mehr will

Hamburg hat für diesen Fall ein Verfahren. 1989 gründete sich der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof, 1990 erhielt der erste Grabmalpate ein kostbares Grabmal, das nicht mehr in Familienbesitz war: Er restaurierte es und setzte seinen eigenen Namen auf den Stein. Bis 2002 wurden so rund 320 Grabmale erhalten, 1996 warben Kultursenatorin Christa Weiss und Heidi Kabel unter dem Titel „Engel zu verschenken“ dafür; inzwischen hat die Friedhofsverwaltung rund 400 Patenschaften vergeben. Bis 2004 waren nach Angaben des Förderkreises alle damals zur Verfügung stehenden historischen Mausoleen neu vergeben.

Für das Mausoleum von Schröder kam eine Patenschaft erst 2009 zustande. Sie übernahm der Hamburger Immobilienkaufmann und Kulturinvestor Klausmartin Kretschmer, bis dahin vor allem als Eigentümer der Roten Flora, der Oberhafenkantine und der Riverkasematten bekannt — für die folgenden hundert Jahre.

„Das soll ein Ort des Trostes und der Musik werden, an dem Menschen auf neue Art an das Thema Tod herangeführt werden.“

Klausmartin Kretschmer 2009, zitiert in der Hamburger Morgenpost vom 16. Januar 2021

Einiges geschah tatsächlich. Die Seitenkuppeln wurden saniert, eine Entfeuchtungsanlage aufgestellt, zwei Grabpfleger kümmerten sich ab 2012 um Außenfläche und Innenraum, und bis 2014 fanden im Mausoleum Lesungen und Konzerte statt. Im selben Jahr eröffnete das Amtsgericht Harburg ein Insolvenzverfahren gegen Kretschmer. 2015 wurden die Arbeiten eingestellt. Die Friedhofsverwaltung entzog ihm die Patenschaft; 2022 erklärte ihr Sprecher die Eigentumsverhältnisse für ungeklärt.

Nachfahren der Familie reisten aus London an und sahen sich das Grabmal an. Für eine Patenschaft entschieden sie sich angesichts der Kosten nicht.

Warum jetzt der Bund bezahlt

Im Januar 2025 kündigte das Denkmalschutzamt eine kurzfristige Sicherung aus Bundes- und Friedhofsmitteln an. Am 14. Juli 2026 übergab Kulturstaatsminister Wolfram Weimer auf dem Friedhof einen Förderbescheid über 9,05 Millionen Euro. Gefördert werden drei Bauten: die Kapelle 12 von 1923, die 1927/28 von Fritz Schumacher errichtete Kapelle 13 – und ein Schutzbau für das Mausoleum der Familie von Schröder. Die Sanierung der drei kostet zusammen 18,1 Millionen Euro; den Rest tragen die Umweltbehörde mit sechs und die Hamburger Friedhöfe mit drei Millionen.

Die Summe gilt dabei nicht dem Mausoleum allein, sondern drei Gebäuden; t-online meldete sie für den einen Bau. Und sie kommt nicht aus der Friedhofsentwicklung, sondern aus dem Denkmalschutz: Der Bescheid gehört zu einer Reise des Kulturstaatsministers, auf der er an einem Tag Förderbescheide über rund 43 Millionen Euro an vier norddeutsche Kulturbauten übergab. Gerettet wird der Bau also als Kulturdenkmal.

Vorgesehen ist ein „schwebendes Schutzdach“ mit extensiver Begrünung, das den Bau vor Witterung schützt und weitere Arbeiten vor Ort erst möglich macht; ab Sommer 2026 sollte es errichtet werden. Der beschädigte Innenraum soll anschließend so weit hergerichtet werden, dass das Gebäude wieder zugänglich ist.

Damit hat sich das Verhältnis von privater Repräsentation und öffentlicher Verantwortung umgekehrt. Errichtet wurde der Bau 1906 aus dem Vermögen einer Hamburger Bankiersfamilie. Erhalten wird er heute aus öffentlichen Mitteln, in derselben Förderposition wie zwei Friedhofskapellen.

Und seit 2005 wird wieder gebaut

Auf Ohlsdorf entstanden bis 1926 sechzehn historische Mausoleen und Grabkapellen, von der 1887 errichteten Grabkapelle der Familie Philipp bis zum offenen Mausoleum der Familien Peper und Hegel. Zeitweise war der Baulärm so störend, dass der erste Friedhofsdirektor Wilhelm Cordes für Neubauten dieser Art einen eigenen Bereich entlang der nördlichen Friedhofsgrenze auswies – daher die Gruppe am Westring.

Nach 1926 kam für fast achtzig Jahre keines mehr hinzu. Das lag an den beiden Weltkriegen und der Inflation, aber nicht nur. Otto Linne, seit 1919 Friedhofsdirektor, gehörte zur Friedhofsreformbewegung, die Größe, Material und Form der Grabmale reglementierte. Repräsentative Grabstätten als Zeugnisse sozialer Unterschiede zwischen Familien waren nun unerwünscht. Zwanzig Jahre nach dem Bau von 1906 war die Form erledigt.

Seit 2005 wird wieder gebaut. Den Anfang machte das Mausoleum der Familie Ritterbusch nahe der Kapellenstraße, zwei Jahre später folgten drei weitere; bis 2022 zählte die Friedhofsverwaltung zehn Neubauten. Die Begründung des ersten Bauherrn war unspektakulär: weder Einäscherung noch Erdgrab, dazu die Suche nach einem pflegeleichten Grabplatz. Andere Friedhofsverwaltungen hatten abgelehnt.

Erworben wurde diese Grabstätte für fünfzig Jahre. Wird das Nutzungsrecht danach nicht verlängert, kann die Friedhofsverwaltung das Mausoleum als Grabpatenschaft weitervermitteln – dasselbe Verfahren, unter dem die Zeitschrift des Förderkreises 2010 vom „Mausoleum Kretschmer, vormals von Schröder“ schrieb.

Ein Mausoleum verspricht Dauer, steht aber auf einem Nutzungsrecht mit Laufzeit. Wer eines baut, verlässt sich darauf, dass nach ihm jemand zahlt.

Quellen und Literatur

Amtliche und institutionelle Quellen

  • Freie und Hansestadt Hamburg, Denkmalschutzamt: Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Mausoleum von Schröder ist dort unter der Nummer 43996 geführt (Datierung 1906, Entwurf Gevert, Edmund); die benachbarten Bauten unter 43990 bis 44004. Die Zählung der sechzehn einzeln geführten Mausoleen in diesem Beitrag beruht auf einer eigenen Auswertung dieser Liste.
  • Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien: Staatsminister Weimer in Hamburg und Lübeck, 15. Juli 2026. Die Seite nennt die drei geförderten Bauten – Kapelle 12, Kapelle 13 und den Schutzbau – sowie die Gesamtsumme von rund 43 Millionen Euro für vier Kulturbauten in Hamburg und Lübeck. Eine Einzelsumme für Ohlsdorf steht dort nicht.
  • Hamburger Friedhöfe AöR: Geschichte des Friedhofs Ohlsdorf, mit den Angaben zur ersten Grabkapelle 1887, zur Schließung der kirchlichen Friedhöfe ab 1882, zur Friedhofsreform unter Otto Linne und zum ersten Grabmalpaten 1990.
  • Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof: Restaurierung und Grabmalpatenschaften. Von dort stammt die Zahl der rund 400 durch die Hamburger Friedhöfe AöR vergebenen Patenschaften; die 320 erhaltenen Grabmale bis 2002 nennt die Chronik der Hamburger Friedhöfe.
  • Denkmalverein Hamburg: Mausoleum in Ohlsdorf verfällt, zum baulichen Zustand und zur angekündigten Sicherung vom Januar 2025.
  • Deutsche Bundesbank: Kaufkraftäquivalente historischer Beträge in deutschen Währungen, Stand Januar 2026. Für 1906 nennt die Tabelle 7,50 Euro je Mark, bezogen auf den Durchschnitt des Jahres 2025; die Bundesbank stellt die Berechnung ausdrücklich „ohne Gewähr“.

Zeitschrift OHLSDORF des Förderkreises Ohlsdorfer Friedhof

Presse

Weiterführende Literatur

  • Barbara Leisner, Heiko K. L. Schulze, Ellen Thormann: Der Hamburger Hauptfriedhof Ohlsdorf. Geschichte und Grabmäler. Band 2, Hans Christians Verlag, Hamburg 1990.
  • Barbara Leisner, Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorf-Führer. Spaziergänge über den größten Friedhof Europas. Hans Christians Verlag, Hamburg 1993.
  • Helmut Schoenfeld: Der Ohlsdorfer Friedhof. Ein Handbuch von A–Z.
  • Eberhard Kändler: Begräbnishain und Gruft. Die Grabmale der Oberschicht auf den alten Hamburger Friedhöfen. Christians Verlag, Hamburg 1997.

Anmerkungen zur Quellenlage

  • Die Größenangabe schwankt. Denkmalverein und Presse nennen rund 222 Quadratmeter, der Förderkreis 2009 „knapp 300 Quadratmeter überbaute Grundfläche“ und 2010 eine Nutzfläche von 200 Quadratmetern. Ein regelmäßiges Achteck mit 17,6 Metern Durchmesser hat je nach Messweise zwischen 219 und 257 Quadratmeter Grundfläche; die Angabe von 222 Quadratmetern passt dazu. Die bei Wikipedia genannte Gesamtfläche von 649 Quadratmetern ist dort nicht belegt und wird hier nicht übernommen.
  • „Größtes Mausoleum Nordeuropas“ ist die Kurzform. Der Förderkreis schreibt genauer vom größten bürgerlichen Mausoleum Nordeuropas. Dieser Beitrag hält sich an die engere Formulierung.
  • Die letzte Beisetzung. Hamburger Morgenpost 1953, Zeitschrift OHLSDORF 1958. Der Widerspruch ist nicht aufzulösen; beide Angaben stehen nebeneinander.
  • Die erste Grabkapelle. Denkmalliste und Hamburger Friedhöfe datieren das Mausoleum Philipp auf 1887, Barbara Leisner 2012 auf 1897.
  • Die Fördersumme. Die Mitteilung des Kulturstaatsministers nennt die drei geförderten Bauten, aber keine Einzelsumme für Ohlsdorf. Die 9,05 Millionen stehen bei Kulturkarte.de; die dpa nennt sie gerundet mit neun Millionen und schlüsselt die Gesamtkosten von 18,1 Millionen auf Bund, Umweltbehörde und Hamburger Friedhöfe auf. Zum Datum: Der Bescheid wurde am 14. Juli 2026 übergeben, der Reisebericht des Ministeriums ist auf den 15. Juli datiert.
  • Sechzehn oder siebzehn Mausoleen. Der Förderkreis nannte 2009 „eines von siebzehn Mausoleen“, Barbara Leisner 2012 sechzehn Grabgebäude bis 1926. Die Denkmalliste führt sechzehn Mausoleen einzeln auf, alle aus dieser Bauzeit. Der Beitrag folgt dieser Zählung und bezieht sie ausdrücklich auf den historischen Bestand — die seit 2005 errichteten Neubauten sind darin nicht enthalten.
  • Die Umbettung aus dem Mausoleum Riedemann. Wikipedia nennt 1950, die dpa-Meldung von 2022 und die Dokumentationsseite fredriks.de die 1950er Jahre. Der Beitrag nennt das Jahrzehnt, weil die genaue Jahresangabe unbelegt ist.
  • Der Beruf des Bauherrn. Die dpa-Meldung von 2022 nennt den Bauherrn „Weizenhändler“ beziehungsweise „Getreidehändler“. Die Warenliste des Handelshauses – Zucker, Baumwolle, Kaffee, Indigo – stützt das nicht; der Beitrag verwendet deshalb „Kaufmann und Bankier“.
  • Der Verbleib der sieben Bestatteten ist in keiner zugänglichen Quelle genannt. Die Angabe, dass sie nicht mehr in der Gruft liegen, stammt aus der Berichterstattung von 2026.
  • Ein früheres Schrödersches Mausoleum auf dem St.-Pauli-Begräbnisplatz, 1862/63 errichtet und größer als das Mausoleum Jenisch, beschreibt allein die private Dokumentationsseite fredriks.de. Ob der Bau von 1906 dessen Ersatz ist, ließ sich nicht belegen und wird hier nicht behauptet.

Alle Online-Quellen zuletzt abgerufen am 18. September 2026.

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